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Ph.D.-Programm

Das Ph.D.-Programm an der Doktorschule der Andrássy Universität Budapest bietet Ihnen unter dem Thema „Die Zukunft Mitteleuropas in der Europäischen Union“ ein interdisziplinäres Studium an, das Teilprogramme in den folgenden Disziplinen vereinigt:

Teilprogramm Geschichtswissenschaft

Die Definition des Begriffes “Mitteleuropa“ steht seit der Geburt des Begriffes im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussionen. Diese ist auch heute noch nicht beendet, weshalb unsere Thematik auch ein breites Spektrum abdeckt. Während des Studiums im Teilprogramm Geschichtwissenschaft werden nicht einzelne Nationalstaaten untersucht, vielmehr werden sie in gesellschaftsgeschichtlicher, politischer und wirtschaftgeschichtlicher Hinsicht miteinander verglichen. Behandelt wird die Problematik vor allem zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert als dem Zeitalter der Modernisierung und der etwas verspäteten Reintegration Mitteleuropas in die westeuropäische Gemeinschaft. Was diese Reintegration erschwerte oder aber eben erleichterte, welche geschichtlichen Hintergründe unsere heutigen mitteleuropäischen Diskussionen haben, das alles kann durch Spezialarbeiten unserer HistorikerdoktorandInnen untersucht werden.

Zu den Ausbildungsplänen der Teilprogramme der Doktorschule.

Teilprogramm Politikwissenschaft

Das politikwissenschaftliche Teilprogramm der Doktorschule fokussiert sich inhaltlich auf die Region Mittel- und Osteuropa und hat daneben einen klaren Schwerpunkt auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen. Aus methodologischer Perspektive werden die Einheit der Sozialwissenschaften und das Prinzip der Interdisziplinarität betont. Besondere Berücksichtigung finden die speziellen historischen Erfahrungen, die den mittelosteuropäischen Raum bis in die Gegenwart prägen. Entsprechend beschäftigen sich die DoktorandInnen mit den spezifischen Problemen multinationaler Staaten und grenzüberschreitende Minderheitenfragen. Daneben stehen Fragen der europäischen Integration und der Europäisierung dieser Staaten sowie die Politiken der Europäischen Union gegenüber ihren Nachbarn im Osten im Mittelpunkt. Zentrales Thema ist darüber hinaus die Qualität der neuen Demokratien in der Region.

Zum Doktorandenkolleg des internationalen und interuniversitären Netzwerks Politische Kommunikation (netPOL) an der AUB.

Zu den Ausbildungsplänen der Teilprogramme der Doktorschule.

Teilprogramm Rechtswissenschaft

Der Forschungs- und Ausbildungsschwerpunkt des rechtswissenschaftlichen Teilprogramms liegt auf dem Gebiet der Rechtsvergleichung, wobei auch die weitere Entwicklung des Rechts der Europäischen Gemeinschaft besondere Berücksichtigung findet. Für die Verwirklichung eines solchen rechtsvergleichenden Ausbildungs- und Forschungsprogramms ist die AUB aus mehreren Gründen besonders geeignet. Die Andrássy Universität hat ihren Sitz in Budapest, also im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum einer wichtigen, neuen EU-Region mit vielfältigen Verbindungen in andere (auch potentielle) Beitrittsstaaten der Region. Rechtsvergleichende Forschung zu den Rechtsordnungen der Beitrittsstaaten lässt sich von hier aus viel effektiver betreiben als von deutschen Universitäten aus. Andererseits wird aber an der AUB seit der Gründung der Universität eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit praktiziert.

Zu den Ausbildungsplänen der Teilprogramme der Doktorschule.

Teilprogramm Wirtschaftswissenschaft

Für das wirtschaftswissenschaftliche Teilprogramm ist neben dem Prinzip der Interdisziplinarität die Ausrichtung auf die Region Mittel- und Osteuropa grundlegend. Für die Auswahl der ökonomischen Teildisziplinen war deshalb die Frage der Anschlussfähigkeit an die Nachbardisziplinen primäres Kriterium. Außerdem ist die Wirtschaftsgeographie integraler Bestandteil des Programms. Die DoktorandInnen werden sich insbesondere mit Fragen der langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung der Region beschäftigen, die als politisch gestaltbar, historisch kontingent und institutionell eingebettet betrachtet wird. Entsprechend stehen Institutionenökonomik und Evolutionsökonomik im Mittelpunkt. Den aktuellen Entwicklungen der Institutionen- und Evolutionsökonomik folgend wird großer Wert auf empirische Untersuchungen gelegt. Das Lehrprogramm vermittelt forschungsnah aktuelle und relevante Erkenntnisse in den Schwerpunktthemen. Es verbindet Methodik, positive und normative Theorie sowie einen Europäischen Fokus.

Zu den Ausbildungsplänen der Teilprogramme der Doktorschule.

Die Promotion gestaltet sich in Ungarn anders als in den meisten anderen europäischen Staaten. Voraussetzung für das Erlangen des Doktortitels ist nicht nur eine Dissertation und ihre Verteidigung, sondern zusätzlich ein achtsemestriges Studium an einer so genannten Doktorschule (Ph.D.-Programm). Eine Promotion ist nur innerhalb dieser von den Universitäten extra zu akkreditierenden Doktorschulen möglich.

Änderungen in der Ph.D.-Ausbildung ab dem WS 2016/17

Das Studium umfasst 240 ECTS und besteht aus zwei Teilen. In der ersten Hälfte des Studiums (Semester 1-4) erfolgt die eigentliche Ausbildung in Form von Lehrveranstaltungen. Parallel dazu fangen die Studierenden mit der eigenständigen Forschung an. Die Lehrveranstaltungen finden in Form von Blockseminaren (eineinhalb Tage) statt, sodass das Studium auch mit dem Beruf vereinbar ist.

Am Ende des vierten Semesters, als Abschluss der Ausbildungs- und Forschungsphase muss eine komplexe Prüfung abgelegt werden. Nach der erfolgreich abgelegten Prüfung widmen sich die Studierenden der Forschung und dem Schreiben der Dissertation. Diese zweite Hälfte des Studiums, die Forschungs- und Dissertationsphase ist das eigentliche Promotionsverfahren. Ziel des Promotionsverfahrens ist der Erwerb des Doktortitels. Die Einreichung der Dissertation muss innerhalb von drei Jahren nach dem Ablegen der komplexen Prüfung erfolgen.

Das Thema der Dissertation wird schon bei der Aufnahmeprüfung festgelegt. Die DoktorandInnen arbeiten mit Hilfe der BetreuerInnen während des Studiums laufend an ihrer Dissertation. Wenn die GutachterInnen die Dissertation annehmen, kann die öffentliche Verteidigung der Dissertation erfolgen. Nach erfolgreicher Disputation werden die DoktorkandidatInnen im Rahmen einer öffentlichen Festsitzung des Universitätssenats zum Doktor promoviert. Mit dem Empfang der Urkunde erhalten sie das Recht, den einheitlichen ungarischen Doktortitel (Ph.D.) zu führen.

>> Hier finden Sie Anträge, Formulare und offizielle Dokumente der Doktorschule

Forschungsfelder bzw. Dissertationsthemen an der Doktorschule im Detail

Um den Ph.D.-Grad erwerben zu können, fertigen die DoktorandInnen neben ihrem Studium an der Doktorschule eine Doktorarbeit an. Dabei werden Sie von einem Doktorvater oder einer Doktormutter (gegebenenfalls auch von mehreren Doktorvätern oder Doktormüttern) betreut. Dies sichert die wissenschaftliche Qualität der Arbeiten.

Die Doktorschule der AUB basiert unter dem Leitthema „Die Zukunft Mitteleuropas in der Europäischen Union” auf sieben Forschungssäulen. Zu den einzelnen Säulen bieten die ThemenleiterInnen und BetreuerInnen der AUB mögliche Dissertationsthemen an. Dies schließt aber nicht aus, dass weitere, von den BewerberInnen vorgeschlagene und/oder mit externen BetreuerInnen vereinbarte Themen in die Liste aufgenommen werden.

1. Minderheiten in Mittel- und Osteuropa (Geschichte, Politik, Recht, Wirtschaft)

  • Minderheiten zwischen historischem Befund, kulturanthroplogischem Intresse und staatlicher Normierung (Prof. Dr. Dieter Anton Binder)
  • Nationalstaaten und nationale Minderheiten in Mittel- und Osteuropa (Prof. Dr. Arnold Suppan)
  • Die Unionsbürgerschaft: Lösung der Minderheitenproblematik? (Prof. Dr. Ulrich Hufeld)
  • Die Rolle von Minderheiten in der regionalen Wirtschaftsentwicklung: eine theoretische und empirische Analyse (Prof. Dr. Stefan Okruch)
  • Unternehmensgründungen durch Angehörige von Minderheiten - Wirtschaftliche Hemmnisse und Lösungsmöglichkeiten (Prof. Dr. Martina Eckardt)

2. Regionale Integrationsprozesse in den Donauländern (Politik, Wirtschaft)

  • Europaregionen  als Konfliktlösungsmodelle im Vergleich (Prof. Dr. Dieter Anton Binder)
  • Clusterbildung als innovationspolitische Strategie (Prof. Dr. Stefan Okruch)
  • Die grenzüberschreitende Mobilität von Arbeitskräften im Gesundheitswesen und ihre Auswirkungen auf die nationalen Gesundheitssysteme (Prof. Dr. Martina Eckardt)
  • Weisen Tochtergesellschaften ausländischer Mittelständler höhere Innovationen auf und fördern so die regionale Wirtschaftsentwicklung im Donauraum? (Prof. Dr. Martina Eckardt)

3. Genese und Wandel politischer und ökonomischer Insitutionen in Mittel- und Osteuropa (Politik, Wirtschaft)

  • Europäische Strukturfonds und deren Implementierung in neuen Mitgliedstaaten (Dr. Jürgen Dieringer)
  • Parteiensysteme und Wahlverhalten in Mittel- und Osteuropa (Dr. Jürgen Dieringer)
  • Politische Systeme in Mittel- und Osteuropa (Dr. Jürgen Dieringer)
  • E-Nachbarschaften – Ein Mittel demokratischer Partizipation? (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Qualität durch Partizipation? Die Möglichkeit des Einsatzes direktdemokratischer Verfahren zur Überwindung der Politikverdrossenheit in Ungarn (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Neue Ansätze zur Bestimmung von Demokratiequalität in neuen Demokratien (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Politische Elite und Demokratisierung: Die Performanz der ungarischen  Politischen Elite seit dem Systemwechsel (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Politische Elite und Direkte Demokratie in Ungarn (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Genese und Entwicklung der neuen Verfassungen und Regierungssysteme in Mittel- und Osteuropa (Prof. Dr. Ellen Bos)
  • Genese und Entwicklung der Parteien und Parteiensysteme in Mittel- und Osteuropa (Prof. Dr. Ellen Bos)
  • Rechtsimporte (legal transplants) und wirtschaftliche Entwicklung: eine institutionenökonomische Analyse (Prof. Dr. Stefan Okruch)
  • Effektive Kontrolle staatlicher Finanzpolitik durch Rechnungshöfe? (Prof. Dr. Martina Eckardt)

4. Prozesse der Demokratisierung und die Qualität der neuen Demokratien in Mittel- und Osteuropa (Recht, Politik)

  • Europäische Strukturfonds und deren Implementierung in neuen Mitgliedstaaten (Dr. Jürgen Dieringer)
  • Politische Kultur in Transformationsgesellschaften (Dr. Jürgen Dieringer)
  • Parteiensysteme und Wahlverhalten in Mittel- und Osteuropa (Dr. Jürgen Dieringer)
  • Politische Systeme in Mittel- und Osteuropa (Dr. Jürgen Dieringer)
  • E-Nachbarschaften – Ein Mittel demokratischer Partizipation? (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Neue Ansätze zur Bestimmung von Demokratiequalität in neuen Demokratien (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Politische Elite und Direkte Demokratie in Ungarn (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Qualität durch Partizipation? Die Möglichkeit des Einsatzes direktdemokratischer Verfahren zur Überwindung der Politikverdrossenheit in Ungarn (Dr. Pállinger Zoltán)
  • Demokratiegewähr und Entparlamentarisierung in der Europäischen Union (Prof. Dr. Ulrich Hufeld)
  • Probleme der Demokratisierung und demokratischen Konsolidierung in Mittel- und Osteuropa (Prof. Dr. Ellen Bos)
  • Genese und Entwicklung der neuen Verfassungen und Regierungssysteme in Mittel- und Osteuropa (Prof. Dr. Ellen Bos)
  • Genese und Entwicklung der Parteien und Parteiensysteme in Mittel- und Osteuropa (Prof. Dr. Ellen Bos)
  • Good Governance und „economics of atmosphere“: eine institutionenökonomische Analyse (Prof. Dr. Stefan Okruch)
  • Ist Wettbewerb zwischen Gebietskörperschaften ein geeignetes Instrument zur Erhöhung der Qualität wirtschaftspolitischer Entscheidungen in den Ländern Mittel-Osteuropas? (Prof. Dr. Martina Eckardt)

5. Die regionale Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik der EU (Geschichte, Recht, Politik, Wirtschaft)

  • Die Erweiterung der EU und der NATO (Prof. Dr. Arnold Suppan)
  • Die Grenzen Europas und die europäische Nachbarschaftspolitik als Stabilisierungsinstrument (Dr. Jürgen Dieringer)
  • Verrechtlichung der Außenpolitik in der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) (Prof. Dr. Ulrich Hufeld)
  • Nachbarschafts- und Erweiterungspolitik der Europäischen Union (Prof. Dr. Ellen Bos)

6. Die Außenpolitik der mittel- und osteuropäischen Länder (Politik, Wirtschaft, Geschichte, Recht)

  • Der ungeliebte Mitteleuropadiskurs in den 1980er Jahren (Prof. Dr. Dieter Anton Binder)
  • Die Außenpolitik der mitteleuropäischen Länder im 20. Jahrhundert (Prof. Dr. Arnold Suppan)
  • Außenpolitik der Ukraine, Russlands, Polens nach 1989/90 (Prof. Dr. Ellen Bos)

7. Mitteleuropäische Identitäten (Geschichte, Politik, Recht, Wirtschaft)

  • Musikalische Zitate, literarische Bilder und die Erziehung zur Nation in Mitteleuropa (Prof. Dr. Dieter Anton Binder)
  • Der Umgang mit dem Privateigentum - ein mitteleuropäisches Defizit (Prof. Dr. Dieter Anton Binder)
  • Mitteleuropäische Identitäten (Prof. Dr. Arnold Suppan)
  • Das ungarische Gesellschaftsrechtgesetz von 1840 (GA XVIII/1840): Entstehung, Bedeutung und Einfluss auf die handelsrechtlichen Kodifikationsbemühungen im Deutschen Bund (Prof. Dr. Christian Schubel)
  • Das ungarische GmbH-Gesetz aus dem Jahre 1930, unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Diskussionsprozesse im Gesetzgebungsverfahren (Prof. Dr. Christian Schubel)
  • Das ungarische Gesetz über die Wirtschaftsgesellschaften aus dem Jahr 1988: Entstehung, Bedeutung, Ausstrahlung auf die Transformationsprozesse in anderen Staaten (Prof. Dr. Christian Schubel)
  • Die These “Lateinische Gewinner vs. Orthodoxe Verlierer“: Wie wirken Identitäten auf die Wirtschaftsentwicklung (Prof. Dr. Stefan Okruch)
Binationale Promotion

Zwischen der Interdisziplinären Doktorschule der Andrássy Universität Budapest und der Philosophischen Fakultät der Universität Passau besteht eine Kooperationsvereinbarung zur Durchführung binationaler Promotionen (Cotutelle-de-thèse).

Damit besteht für Promovierende die Möglichkeit, unter der Betreuung von ProfessorInnen beider Hochschulen zu promovieren und mit dem Abschluss der Promotion einen Doktorgrad zu erlangen, der gemeinsam von beiden Universitäten verliehen wird.

Für das Verfahren der binationalen Promotion gelten die Bestimmungen der Kooperationsvereinbarung in Verbindung mit der Promotionsordnung für die Philosophische Fakultät der Universität Passau sowie der Ordnung des Doktorstudiums und der Geschäftsordnung der Interdisziplinären Doktorschule der AUB.

Sollten Sie sich für die Möglichkeit zur binationalen Promotion interessieren, können Sie sich an Frau Lelle Gulyás (lelle.gulyás@andrassyuni.hu) wenden.

Kooperationsvereinbarung

Individualvereinbarung - Muster

BetreuerInnen an der Doktorschule

Die Themenleiter sind DozentInnen, die über die wissenschaftliche Qualifikation zur Betreuung von Doktoranden verfügen. Die von den ThemenleiterInnen angebotenen Dissertationsthemen werden vom Doktorenrat gebilligt und ausgeschrieben. Sie betreuen die Dissertationen der DoktorandInnen. 

Eine Übersicht zu den BetreuerInnen und Themen finden Sie hier.

Studienaufbau des Ph.D.-Studiums

Für Studierende, die sich noch vor September 2013 immatrikuliert haben, gilt die alte Ordnung bzw. der alte Studienaufbau (s. u.).

Für alle folgenden Jahrgänge gilt der durch den Doktorenrat am  20. November 2012 bewilligte Ausbildungsplan der Interdisziplinären Doktorschule.

Nachfolgend finden Sie den neuen und alten Studienaufbau:

Studienaufbau nach aktueller Satzung.

 

Studienaufbau nach alter Satzung.

 

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