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Doktorandenworkshop am 11. Interdisziplinären Doktorandenkolloquium
Doktorschule
Im Rahmen des 11. Interdisziplinärem Doktorandenkolloquium hatten die Doktorand*innen der verschiedenen Fachbereiche die Möglichkeit Ihre Forschungsvorhaben in Workshops vorzustellen, und sich „Tipps & Tricks“ von erfahrenen Wissenschaftler*innen zu holen

Edina Paleviq hat in Ihrem Vortrag die Partnerschaft von Regierung und Zivilgesellschaft in Montenegro in Zeiten von Covid-19 beleuchtet. Frau Paleviq hat in einer qualitativen Studie die Auswirkungen und Herausforderungen, mit denen die Zivilgesellschaft während der Pandemie konfrontiert ist, sowie die politische Reaktion der Regierung und die Zusammenarbeit mit den zivilgesellschaftlichen Organisationen, analysiert. Sie ist dabei zum Schluss gekommen, dass trotz geringer oder gar keiner wirtschaftlichen Unterstützung durch die Regierung,  die zivilgesellschaftlichen Organisationen trotzdem Ihren Beitrag leisten, indem sie nicht nur Menschen mit Informationen mobilisieren, sondern auch auf die wachsenden Bedürfnisse der Bürger*innen, insbesondere schutzbedürftiger und marginalisierter Gruppen, reagieren. In der nachfolgenden Diskussion wurden die Ergebnisse der Studie besprochen und Stefan Lehrner, der zu einem ähnlichen Thema in Österreich geforscht hat (Thema: Zufriedenheit von Einzelunternehmer*innen mit der Arbeit der österreichischen Regierung, während der Covid-19 Pandemie) hat Gemeinsamkeiten bei den Ergebnissen in den beiden Ländern feststellen können. Auf Anregung der Leiterin des Workshops, Frau Dr. Kurze wurden die Ergebnisse der Arbeit untereinander geteilt, um den Raum für weitere – vergleichende - Forschungen zu öffnen. 

Im zweiten Beitrag hat Stefan Lehrner sein Dissertationsprojekt vorgestellt: Er untersucht, wie die Parteien während der Nationalratswahl 2019 Social Media Seiten für den Wahlkampf verwendet haben. Da die Arbeit bereits weit fortgeschritten ist, hat Herr Lehrner festgestellt, dass – nach Auswertung der Vollerhebung – es eventuell notwendig sei, die 2019 erstellten Hypothesen, zu überdenken: Frau Dr. Kurze hat angemerkt, dass die Hypothesen so zu formulieren sind, dass diese kurz und prägnant sind. Sie folgt damit Patrzek (2015) der zu „Sieben-Wort-Sätzen“ rät. Frau Dr. Kurze hat des Weiteren erklärt, dass es nicht reicht die Hypothesen zu formulieren: Es ist erforderlich die Relevanz der Hypothese für die Arbeit zu begründen und zu erläutern, durch welche Beobachtungen oder theoretischen Überlegungen man zu den Hypothesen gekommen ist (Gerstmann 2021). Abgesehen von der theoretischen Einbettung der Hypothesen haben Koch et al. (2019) in diesem Zusammenhang festgestellt, dass Hypothesen möglichst viele Aspekte enthalten sollten, die diese beschränken. Doch welche Bedingungen gelten nun für wissenschaftliche Hypothesen? Folgt man Bortz & Döring (2016), dann müssen folgende Kriterien erfüllt sein: Erstens muss sich die Hypothese auf reale Sachverhalte beziehen, die empirisch untersuchbar sind. Zweitens handelt es sich bei einer Hypothese um eine allgemein gültige, über den Einzelfall hinausgehende Behauptung („All – Satz“). Drittens muss einer wissenschaftlichen Hypothese zumindest implizit die Formalstruktur eines sinnvollen Konditionalsatzes („Wenn-dann-Satz“ bzw. „Je-desto-Satz“) zugrunde liegen und viertens muss der Konditionalsatz potentiell falsifizierbar sein, d.h. es müssen Ereignisse denkbar sein, die dem Konditionalsatz widersprechen (Döring et al. 2016).

 

DÖRING NICOLA, BORTZ JÜRGEN (2016), Forschungsmethoden und evaluation, Wiesbaden: Springerverlag.

GERSTMANN MEIKE (2021), Wissenschaftliches Arbeiten, Kohlhammer Verlag.

KOCH THOMAS, PETER CHRISTINA, MÜLLER PHILIPP (2019), Hypothesen, Das Experiment in der Kommunikations-und Medienwissenschaft. Springer.

PATRZEK ANDREAS (2015), Statt eines Nachworts, Systemisches Fragen. Springer.

 

Stefan Lehrner

Doktorand

2021-11 Dezember 2021 2022-1
 
 
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